Der Schwachsinn mit den guten Vorsätzen

 

Wir kennen es alle besser als es uns lieb ist - spätestens Anfang Dezember tauchen an jeder erdenklichen Ecke Gespräche oder Zeitschriftentitelblätter und Ratgeber über Vorsätze fürs neue Jahr auf. Letztendlich gefasst hat dann auch jeder seine persönlichen Vorsätze recht schnell. Die Klassiker: Weniger rauchen, gesünder essen, sportlicher werden oder zum Beispiel seltener vor dem Smartphone hängen.

 

Was dann daraus wird: Genau. Oft, zu oft, leider nicht viel. Denn die Sache hat einen ganz großen Haken: Ein gutgemeinter, schwammig formulierter Vorsatz ist die bestmögliche Variante, sich selbst etwas vorzumachen und solange aufzuschieben, bis er irgendwann in Vergessenheit geraten ist. Mir war das vor einigen Jahren irgendwann zu blöd - ich habe mich aus der Diskussion quasi komplett herausgezogen und auf die Frage "Und was hast du für Vorsätze fürs nächste Jahr?" irgendwann nur noch mit "Ein- und ausatmen. Muss reichen.", geantwortet.

 

 

Weil sich unsere Gedanken und Meinungen aber im Verlauf der Jahre dann doch immer wieder ändern, gehört diese Antwort mittlerweile der Vergangenheit an. Der erste entscheidende Schritt: Ich mache keine Vorsätze - sondern ich setze mir Ziele. Kleiner Unterschied, große Wirkung.

 

Und genau deshalb möchte ich euch eine Methode vorstellen, mit der ich in meiner Ausbildung zur Erzieherin regelmäßig konfrontiert wurde, die aber eigentlich aus dem Projektmanagement stammt. Damals ging sie mir häufig tierisch auf die Nerven, schließlich ist es doch ziemlich bequem in der Komfortzone - rückblickend aber mindestens genauso einfach wie sinnvoll, weshalb ich mir auch dieses Jahr wieder selbst in den Hintern trete anstatt nur halbe Sachen zu machen.

 

Wovon ich spreche? Der ein oder Andere hat es vielleicht schon erraten: Die SMART-Methode. Jeder einzelne Buchstabe in dem Wort steht dabei für eine Voraussetzung, welche nach der Methode für die Formulierung des Ziels erfüllt sein sollen. Im Detail:

 

1. Spezifisch

Die Formulierung des Ziels sollte so konkret wie möglich sein und von vorneherein keinen Raum für Ausflüchte oder freie Interpretationen lassen. (Erste) Handlungsschritte, wie das Ziel konkret erreicht werden soll, dürfen gerne mit einfließen.

 

2. Messbar

Formuliere dein Ziel so, dass die Ergebnisse bzw. Erfolge in irgendeiner Weise sichtbar werden und dich ganz automatisch anspornen, weiterzumachen. Wie genau du das anstellst, ist natürlich individuell davon abhängig, was zu deinem Ziel passt.

 

3. Akzeptiert

Überleg dir, wie hoch du deine Ziele stecken kannst, sodass du sie immernoch erreichst. Stell ruhig Ansprüche an dich - aber überleg dir gut, was realistisch gedacht machbar ist bevor du blind nach den Sternen greifst - dann lieber mehrere Etappenziele formulieren, die aufeinander aufbauen.

 

4. Realistisch

Dieser Punkt hängt eng mit der Akzeptanz zusammen - mit "realistisch" ist hierbei nochmal konkret gemeint, dass ihr euch nur Ziele setzt, deren Umsetzung nicht an äußeren Faktoren scheitert. Ein Beispiel: Ihr wollt einen konkreten Betrag im Monat sparen, doch dann flattert die nächste Mieterhöhung ins Haus - und schon steht ihr vielleicht blöd da, ohne selbst etwas falsch gemacht zu haben.

 

5. Terminiert

"Jaja, mach ich morgen." Haben wir alle schonmal gesagt und vor allem getan: aufschieben was das Zeug hält. Logisch also, dass euer Ziel zeitlich ganz genau festgelegt werden sollte. Also sowohl der Beginn der Umsetzung als auch das Ende.

 

Das alles ist natürlich nun kein Wunderheilmittel und garantiert euch den ultimativen Erfolg für alles, was ihr euch vornehmt  - aber besser als die schwammigen Vorsätze der letzten Jahre funktioniert es garantiert und mit etwas gutem Willen könnt ihr in zwölf Monaten zurückschauen und das Jahr mit einem stolzen Lächeln auf den Lippen abschließen.

 

Einen guten Rutsch wünsche ich euch! :)

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